Versoehnt_lebenBearb

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© 2013 - Cornelius Haefele
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Von Versöhnung reden ist leicht.
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Versöhnung leben ist schwer.
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Was hindert uns daran, versöhnt zu leben?
© 2013 - Cornelius Haefele
1.
Versöhnung: Begriffsklärung
2.
Versöhnung und Vergebung
3.
Versöhnungsmythen: Klarstellung
4.
Versöhnung: Zuspruch und Herausforderung
5.
Versöhnung: Der menschliche Faktor
6.
Versöhnung im Alltag
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Griechisch: Wortgruppe ajllavssw (allasso)
Verschiedene Formen, alle bedeuten im Kern:
Wiederherstellen des ursprünglichen
Einvernehmens nach Feindschaft oder Ungnade
Die Wortgruppe um allassw kommt aus dem
profanen, d.h. weltlichen, Sprachge brauch und
dort überwiegend aus dem diplomatischen
Bereich.
Es gibt keinerlei Hinweise für einen religiösen
Gebrauch dieser Wortgruppe in anderen
Religionen.
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Biblisch: In der griechischen Übersetzung des AT
(LXX) kommt
nur zweimal vor. Es geht
jeweils um eine Aussöhnung von zerstrittenen
Menschen (Ri 19,3; 1Kön 29,4). D.h. Versöhnung
ist nicht automatisch gleichzusetzen mit dem, was
im AT Sühne genannt wird.
Im NT ist es Paulus, der diese weltliche
Terminologie als Beschreibung für das einführt,
was Gott in Christus für uns getan hat (Röm 5,10;
2Kor 5,18-20, Kol 1,20-22; Eph 2,16)
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Warum spielt der Begriff bei Paulus eine so
wichtige Rolle?
Der Grund liegt zum einen darin, dass Paulus
damit das Geschehen in Christus bildlich
verdeutlichen wollte.
Zum Anderen konnte Paulus mit der
Verwendung dieser Begriffe sein Apostelamt
untermauern.
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Gott ist derjenige, der in der Versöhnung am Menschen handelt.
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Versöhnung geschieht durch den auslöschenden Tod Jesu am
Kreuz.
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Versöhnung stellt den ursprünglichen Beziehungsstand zwischen
Gott und Mensch wieder her.
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Es geht dabei nicht um einen Rechtsausgleich, sondern darum,
dass Gott uns durch seinen Einsatz wieder zu seinen Freunden
macht:
„Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und
rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns
aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.“ 2Kor 5,19
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Ist das nicht das Gleiche?
Schuld/Sünde ist Folge der Unversöhntheit
des Menschen mit Gott.
Damit Schuld und Sünde endgültig vergeben
werden können, muss der Zustand der
Unversöhntheit beendet werden.
Zwischenmenschlich bedeutet dies: Eine
Schuld kann vergeben werden, ohne dass es
zu einer Versöhnung kommen muss.
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Vergebung braucht mindestens EINEN Akteur
Versöhnung braucht mindestens ZWEI Akteure
Vergebung zielt darauf ab, dass ich die Last loswerde,
die ich durch die Schuld eines anderen trage.
Versöhnung zielt darauf ab, dass ich mit meinem
Gegenüber die Beziehung wieder aufnehmen kann
Für Gott gelten andere Gesetzmäßigkeiten bei
Vergebung und Versöhnung:
◦ Er versöhnt die Welt durch sich selbst mit sich selbst
◦ Wenn Gott vergibt, vergisst er: Er warf unsere Sünden ins
äußerste Meer...
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Jesus fordert uns dazu auf, von Herzen zu
vergeben (Mt 18,21ff).
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Er fordert uns nicht in gleichem Maß zur
Versöhnung auf.
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Stattdessen erwirkt er für uns die Versöhnung
mit Gott.
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Die erwirkte Versöhnung und die daraus
resultierende Vergebung soll uns ermutigen,
selbst zu Vergebenden zu werden. Vergebung ist
darum Geschenk und Auftrag zugleich.
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Wer vergibt/sich versöhnt muss vergessen!
Vergebung muss von ganzem Herzen geschehen, sonst ist sie Heuchelei.
Es gibt Menschen, die Vergebung nicht verdienen.
Wer vergibt/sich versöhnt, muss danach wieder vertrauen.
Wenn ich vergebe, kommt der andere ungeschoren davon.
Als Christ muss man sofort vergeben, sich sofort wieder versöhnen.
Man kann erst vergeben, wenn der andere seine Fehler zugegeben und
bereut hat.
Wenn ich sage, dass es mir leid tut, muss der andere mir vergeben und
sich mit mir versöhnen.
Wenn ich vergebe, muss ich mich auch versöhnen.
Vergebung ist ein Gebot und darum schlicht und einfach zu befolgen.
Ich kann nicht vergeben.
Vergebung/Versöhnung ist einfach.
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Dass Gott mich mit sich selbst versöhnt hat,
ist der größte Zuspruch, den es für mich als
Menschen gibt: EINER versöhnte sich mit mir,
als ich noch sein Feind war. (Röm 5,8)
Dass Gott mich mit sich selbst versöhnt hat,
als ich noch sein Feind war, beinhaltet die
größte Herausforderung für mein Leben.
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Unser Auftrag ist klar: Vergebung ist Pflicht
(Mt 6,12), Versöhnung zumindest ein Auftrag
Dennoch gibt es erleichternde oder
erschwerende menschliche Faktoren:
◦ Persönlichkeitsmerkmale
◦ Biografien
◦ Familien- und/oder Gemeinschaftssysteme
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Daraus folgt: Manche Menschen sind eher in
der Lage zu vergeben als andere.
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Glaubensdimension:
◦ Ich lebe als versöhnter Mensch. Gott hat mich mit
sich selbst versöhnt, als ich noch sein Feind war.
◦ Ich kann diese Versöhnung annehmen und mich
versöhnen lassen. Ich werde ein Kind Gottes und
erlange durch Christi Blut Vergebung meiner
Schuld.
◦ Ich kann die Versöhnung ausschlagen. Ich lebe
weiter in Feindschaft mit Gott. Sein
Versöhnungsangebot gilt mir und der ganzen Welt
weiterhin
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Soziale Dimension
◦ Versöhnung kann ein folgerichtiger Schritt sein nach
erfolgter Klärung, Entschuldigung, Vergebung...
◦ Versöhnung ist kein zwangsläufiger Schritt nach Klärung,
Entschuldigung, Vergebung ( siehe Konflikt PaulusBarnabas).
◦ Versöhnt sein heißt nicht, dass alles wieder wie früher ist
oder sein muss.
◦ Ich kann einem anderen etwas vergeben und ohne
Versöhnung weiterleben.
◦ Versöhnung wird es in dieser Welt nicht an allen Stellen
geben können. Die Versöhntheit mit Gott ist davon erst
einmal nicht betroffen.
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Praktische Schritte zur Versöhnung
◦ Ich setze mich mit mir selbst, meinen eigenen Urteilen
und Standpunkten auseinander.
◦ Ich erkenne meinen Anteil am Geschehen.
◦ Ich sehe auf das Positive meines Gegenübers und seines
Verhaltens.
◦ Ich erkenne die Nachteile einer fortdauernden
Unversöhntheit.
◦ Ich übernehme die Perspektive des Anderen.
◦ Ich lasse einen zeitlichen und/oder räumlichen Abstand.
◦ Ich mache mir die Versöhnung klar, die mir von Gott
angeboten wurde.
◦ Ich suche das Gespräch.
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Wie weit muss ich mich bewegen und wie weit
der andere?
Es gibt an dieser Stelle die Gefahr des
Missbrauchs.
Man kann zu sehr auf Versöhnung aus sein.
Man kann zu wenig auf Versöhnung aus sein.
Versöhnung funktioniert in der Regel nicht:
◦ wenn einer der beiden Akteure sich verweigert.
◦ wenn einer seine Anteile nicht sehen kann oder will.
◦ wenn der Schuldanteil wirklich nur bei einem liegt.
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Unsere menschliche Realität:
Man vergisst vielleicht, wo man die
Friedenspfeife vergraben hat. Aber man
vergisst niemals, wo das Beil liegt.
Mark Twain
Gottes Realität:
Denn Gott war in Christus und versöhnte die
Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre
Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet
das Wort von der Versöhnung.
2Kor 5,19
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